Agentur

Rowohlt-Bücher sind Filmstoffe

Rowohlt und Film, eine lange Erfolgsgeschichte. 1933 gelangt der Coup, die Filmrechte an Hans Falladas «Kleiner Mann – was nun?» in einem Jahr zweimal zu verkaufen: Fritz Wendhausen brachte die Geschichte ins deutsche Kino, Frank Borzage drehte in Hollywood. Den Trümmerfilm der Nachkriegsjahre repräsentiert «Liebe 47», Wolfgang Liebeneiners Filmversion von Wolfgang Borcherts Drama «Draußen vor der Tür». Kurt Hoffmann verfilmte in den sechziger Jahren Kurt Tucholskys «Schloss Gripsholm», und Heinrich Maria Ledig-Rowohlt hatte einen speziellen Gastauftritt – er mimte Tuchos Verleger, Papa Rowohlt.

Ganz am Anfang des Neuen Deutschen Films steht Volker Schlöndorffs Musil-Verfilmung «Der junge Törless»; 15 Jahre später realisierte Schlöndorff in Beirut «Die Fälschung» nach Nicolas Born. Der erste Kinofilm von Wolfgang Petersen entstand 1974 auf der Grundlage eines rororo-thrillers: «Einer von uns beiden» von -ky. Andrzej Wajdas «Eine Liebe in Deutschland» nach Rolf Hochhuths Roman, Rainer Werner Fassbinders Nabokov-Verfilmung «Despair – Eine Reise ins Licht» – große Kinofilme, seinerzeit umstritten, die heute zum Repertoire der Filmgeschichte gehören.

1994 etablierte sich im Rowohlt Verlag die Agentur für Medienrechte. Gleich zu Beginn gelang mit Sönke Wortmanns «Der bewegte Mann» nach dem Comic von Ralf König ein Kinohit mit über sechs Millionen Zuschauern. Michael Haneke triumphierte mit seiner kongenialen Umsetzung von Elfriede Jelineks «Die Klavierspielerin» bei dem Filmfestival Cannes. Joachim Fests historisches Sachbuch «Der Untergang» bildete die Grundlage für den gleichnamigen, von Bernd Eichinger produzierten Film, der für den Oscar nominiert wurde.

Rowohlt-Bücher sind Filmstoffe. Constantin Costa-Gavras verfilmte Rolf Hochhuths Drama «Der Stellvertreter», Detlev Buck «Die Vermessung der Welt», wozu Daniel Kehlmann selbst das Drehbuch schrieb. Umkämpft waren die Filmrechte an «Tschick» von Wolfgang Herrndorf; den Zuschlag bekam Fatih Akin. Karoline Herfurth entdeckte Sofie Cramers Roman «SMS für Dich» für ihr Regie-Debüt. Mit Bruno Ganz in der Hauptrolle brachte Matti Geschonneck «In Zeiten des abnehmenden Lichts» von Eugen Ruge ins Kino, während Nils Mohls preisgekrönter Jugendroman «Es war einmal Indianerland» bei İlker Çatak in den richtigen Händen war. Ein besonderer Coup: Jan Weilers «Das Pubertier» erobert sowohl das Kino wie als Serie das Fernsehen.

Die Agentur für Medienrechte ist die Schnittstelle zwischen Verlag und Filmproduzenten. Hier werden auch die Filmrechte der Verlage Wunderlich und Kindler, Kiepenheuer & Witsch, DuMont und C.H.Beck verwaltet.

Originalstoffe für Film und Fernsehen

Die Rowohlt Medienagentur versteht sich nicht nur als die Lizenzabteilung eines belletristischen Verlages, sondern vertritt auch Drehbuchautoren und deren Originalstoffe. Tom Tykwers cineastischer Geniestreich «Lola rennt» oder Wolfgang Beckers weltweit erfolgreiche Wende-Komödie «Good Bye, Lenin!», für beide Filme, die auch international das deutsche Kino repräsentieren, wurden die Drehbuchverträge von Rowohlt ausgehandelt.

Abseits vom Einheitsbrei des TV-Alltags haben Rowohlt-Autoren neue Formate und Figuren kreiert: Christian Pfannenschmidt schilderte in «Girlfriends» die Welt des Hotels; Lars Becker verschaffte dem Fernsehkrimi mit seiner Reihe «Nachtschicht» einen Innovationsschub, und von David Safier stammt die Kultserie «Berlin, Berlin», mit dem internationalen Emmy ausgezeichnet. Dorothee Schön hat nicht nur die Autorin der historischen Krankenhaus-Serie «Charité», sondern wurde für ihre Fernsehfilme mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Eine kleine, illustre Schar von profilierten Drehbuchautoren, darunter Jan Braren und Marc Blöbaum, Volker Einrauch und Marcus Hertneck, Eva Zahn und Volker A. Zahn, lässt sich von der Rowohlt Medienagentur vertreten.

Rowohlt Medienagentur

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