Regine Ahrem

An einem Frühlingstag im April 1943 machte der Chemiker Albert Hofmann eine zufällige Entdeckung. Er hatte eine Substanz synthetisiert, unternahm einen Selbstversuch – heftige Halluzinationen waren die Folge. Das LSD war auf der Welt, oder, so sah es Hofmann: «Das LSD ist zu mir gekommen.»

«Hofmanns Elixier» – geschrieben von Regine Ahrem und Michael Rodach, inszeniert von Ahrem – stellt die Entdeckung der Droge in die geistesgeschichtliche Tradition der Mystik und Ekstase. «Aus autobiographischen Notizen, historischem Radiomaterial und Aufzeichnungen von Ernst Jünger fügen die Autoren eine ebenso fesselnde wie skurril amüsante und klanglich zwingende Mischung zusammen», urteilte die Jury, die es zum Hörspiel des Monats kürte.

«Ich weiß auch nicht, wie ich dazu kam», schreibt Regine Ahrem über ihre Passion. «Als ich vor 20 Jahren anfing, wurde das Hörspiel totgesagt. Erstaunlicherweise lebt es immer noch.» Und ist lebendiger denn je: Hörspielfestivals, die Teilhabe am Hörbuchboom, ein Revival in der öffentlichen Kritik etc. etc. Regine Ahrem wehrt ab, sie weiß sehr wohl, wie verloren das Hörspiel in der überbordenden Welt des alltäglichen Medienmülls wirkt. «Wie soll diese arme, diese leise Kunst da konkurrieren? Aber sie kann. Natürlich nicht mit Quote, das heißt: mit Geld, mit Einfluss, mit Macht. Beim Hörspiel hat man dafür manchmal etwas, das ansonsten sehr selten geworden ist: Freiheit. Künstlerische Grenzgänge. Abenteuer auf Abwegen.»


Regine Ahrem, geboren in München, studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in Berlin und München.

Seit 1986 arbeitet sie als Hörspieldramaturgin beim Rundfunk Berlin Brandenburg und hat in dieser Funktion unzählige Hörspiele produziert. Sie ist als Hörspiel-Autorin und -Regisseurin tätig und lehrt an verschiedenen Universitäten.

Regine Ahrem lebt in Berlin.