Lars Becker
«Krimi ist ein Off-limit-Genre», davon ist Lars Beckerüberzeugt. Während die üblichen Krimi-Formate auf den
kleinsten Nenner runterzurechnen sind – Ermittler-Duos,
garniert mit Privatmacken, plus Mordfall –, hat Lars
Becker mit der ZDF-Reihe «Nachtschicht» dem deutschen
Fernsehkrimi einen Innovationsschub verpasst.
Was sich in den zwölf Stunden einer Nachtschicht abspielt, ist nicht bloß ein Fall, sondern die Welt, fokussiert in einem Ausschnitt. Liebesgeschichten, Action, Groteske, politische oder kriminelle Korruption, Milieustudie, alles hat Platz in diesem Thriller.
Lars Becker ist nicht festzulegen auf eine Farbe: Zu seinem
OEuvre gehört der kühle Noir-Thriller «Bunte Hunde»
ebenso wie die All-Star-Provinzkomödie «Das Gelbe vom
Ei», die lakonische Gangsterballade «Kanak Attack»
ebenso wie der außergewöhnliche Polizeifilm «Rette Deine
Haut». Doch in welchem Milieu oder Genre er sich auch
bewegt, die eigene Handschrift ist stets unverkennbar.
Lars Becker, 1954 geboren in
Hannover, absolvierte sein
Filmstudium an der HfBK
in Hamburg.
Neben seinen eigenen Filmen schrieb er u.a. Drehbücher für zwei «Fahnder»-Folgen («Freunde» und «Crashkids», 1992/93) und inszenierte zwei Folgen der ZDF-Reihe «Einsatz in Hamburg»: «Rückkehr des Teufels» (2001) und «Ende einer Dienstfahrt» (2004).
Er veröffentlichte zwei Kriminalromane:
«Kalte Sonne» (1990) und «Amigo» (1992).
Er war Mitgründer und Gesellschafter der Wüste Filmproduktion und hat heute seine eigene Firma Cinescript.
Für den Film «Schattenboxer» erhielt er 1994 den Otto-Sprenger-Preis.
«Nachtschicht: Amok!» wurde 2002 als Bester Ausländischer Film bei den Rencontres Internationales de Télévision in Reims ausgezeichnet und für den Deutschen Fernsehpreis sowie den Grimme-Preis nominiert.
Lars Becker lebt in Hamburg.