Wolfgang Becker

«Kinderspiele», «Das Leben ist eine Baustelle», «Good
Bye, Lenin!», so unterschiedlich diese Filme auch sind,
untergründig sind sie durch ein Motiv verbunden: die Sehnsucht
nach Familie.

Die Mutter würde es nicht überleben, wenn sie die Wahrheit erführe, also gaukelt ihr der Sohn vor, dass alles bestens ist: In der 79 qm großen Plattenbau-Wohnung existiert die DDR weiter, während rundherum der reale Kapitalismus Einzug gehalten hat. Alex wird zum Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht wieder los wird. – Die Lüge als Medium der Liebe, das hat Wolfgang Becker an der Geschichte gereizt.
In «Good Bye, Lenin!» stimmt jedes historische Detail, ist der Alltag der DDR akribisch genau rekonstruiert worden. Doch der Erfolg des Films beruht nicht auf Ostalgie. Becker verzichtet auf satirische Besserwisserei, der Film verrät nie seine Figuren für einen Lacher, sondern wahrt die Ambivalenz, indem er auf unvergleichliche Art Komik und Tragik mischt.


Wolfgang Becker, 1954 geboren in Hemer, Westfalen.
1974–79 Studium an der
FU Berlin, ab 1981 an der
Deutschen Film- und Fernsehakademie
Berlin (DFFB).

Während des Studiums Arbeit
als Kameramann, Regisseur
und Autor. Für seinen Debüt-
film «Schmetterlinge» erhielt
er den Goldenen Leoparden
in Locarno – Auftakt für eine
Reihe von Auszeichnungen,
zu denen u.a. der Deutsche
Filmpreis für «Das Leben
ist eine Baustelle» zählt.

Die Preise für «Good Bye,
Lenin!» lassen sich kaum
aufzählen: neun Lolas beim
Deutschen Filmpreis, sechs
Auszeichnungen beim Europäischen Filmpreis, Nominierung zum Golden Globe...
In Deutschland sahen weit mehr als 6 Millionen Zuschauer den Film im Kino; auch im Ausland wurde «Good Bye,
Lenin!», in über 65 Länder verkauft, zu einem Publikumsrenner.

Wolfgang Becker lebt in Berlin.