David Gieselmann
Gleich sein erstes Hörspiel, eine Autorenproduktion, die von DeutschlandRadio Berlin übernommen wurde, machte Furore: «Ein ausgesprochener Glückstreffer» freute sich die FAZ, als «Blauzeugen» bei der «Woche des Hörspiels» an der Berliner Akademie der Künste vorgestellt wurde und prompt den Publikumspreis gewann.Ein bislang erfolgloser Maler wird blitzartig reich und berühmt, als er bei einer Vernissage geladene Maschinenpistolen ausstellt... das kostet ihn zwar das Leben, beschert ihm aber posthum die ersehnte Karriere. Vom Himmel herab kommentiert er die Absurditäten des Kunstbetriebs.
Das Hörspiel, ein «lustiges Puzzle aus Auftritten, Episoden , aufgeschnapptem Gerede und klanggestischen Musikfetzen», so die FAZ, ist «ein satirisches und überaus treffsicheres Porträt». «Blauzeugen», zum «Hörspiel des Monats» gewählt, machte den Weg durch alle ARD-Anstalten.
Eine veritable Pop-Science-Fiction dagegen ist «Der Android», vom WDR produziert. Liz, Becky und Prot treiben im Jahr 2268 mit ihrem Zwei-Phasen-Raumschiff «Helvetica Waredom» durchs All. Sie nehmen einen deaktivierten Androiden an Bord, schon heftet sich der Judikativ-Liquid-Kuttner an ihre Fersen. Das Hörspiel ist «ein Masterpiece für eine Soundstory», lobte die Kritik: Virtuos werden Sprache, Geräusche und eine (von «Kraftwerk» komponierte) Musikcollage montiert zu einem «kurzweiligen Vergnügen für Ohren und Hirn».
David Gieselmann, geboren 1972 in Köln, aufgewachsen in Darmstadt, studierte von 1994 bis 1998 Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin.
1999 wurde Gieselmann zur «International Residency of Playwrights» am Royal Court Theatre in London eingeladen, wo 2000 sein Stück «Herr Kolpert» zur Uraufführung kam. Die deutschsprachige Erstaufführung erfolgte im selben Jahr an der Berliner Schaubühne am Leniner Platz.
Es folgten Theaterstücke «Quarantäne» (2000), die Marlowe-Bearbeitung «Edward II.: König Bube Dame» (2001); sein Auftragsstück «Frühstück» wurde 2003 am Schauspiel Hannover uraufgeführt, und
sein neues Stück «Plantage» (2006) hat in Magdeburg gerade seine Premiere gefeiert.
David Gieselmann lebt in Hamburg.