Kerstin Höckel / Michael Wallner
Kummerow liegt an einem idyllischen See. Früher einmal, zu Zeiten von Plaste & Elaste, war K. ein Industriestandort, nach der Wende geriet das Städtchen in Vergessenheit. Hierhin verirren sich keine Touristen (sie bevorzugen die Müritz oder fahren gleich an die Ostsee). Das Stadtschloss verfällt, die stillgelegte Fabrik ist ein marodes Industriedenkmal. Bürgermeister: Oskar Kubiczek (53), Beruf: Gastwirt.In Kummerow hat man längst resigniert: Die meisten sind arbeitslos oder suizidal. Oder beides. Nicht so Oskar, der unverbesserliche Optimist. Schließlich hat man eine große sportliche Vergangenheit. «Der letzte Pokal der Befreiung ging an uns!» prahlt Oskar, worauf Niels trocken kontert: «Weil er danach abgeschafft wurde.» Doch es geht um die Zukunft, denn ein Brief hat geheimnisvollen Besuch angekündigt: Der Consultant einer westdeutschen Firma wird sich, inkognito versteht sich, in Kummerow umsehen, um vielleicht... Da muss zumindest die Fassade stimmen, wenn der Fremde kommt – Oskar mobilisiert seine lethargischen Mitbürger, bringt selbst die notorischen Quertreiber auf Trab.
Es ist ein klassisches Komödien-Muster, das «Revisor»-Modell, das Kerstin Höckel und Michael Wallner, originell variiert, in die Realität der verblühten Landschaften der neuen Bundesländer verpflanzt haben. Geschrieben haben sie es fürs Fernsehen, doch das Drehbuch begeisterte Redaktion und Produzenten: «Hoffnung für Kummerow» wird nun ein Kinofilm. Henry Hübchen spielt Oskar Kubiczek.
Kerstin Höckel, geboren 1972 in Saarbrücken.
Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Berlin (Diplom), Hauptrollen in diversen Fernsehfilmen von ARD und ZDF, u.a. in «Der Sohn des verrückten Dichters» von Ayse Buchara.
Seit 2001 Buch und Regie von Independent Kurzfilmen. Sie gibt Schauspiel-Workshops in München und Berlin.
Im Frühjahr 2007 erscheint ihr Buch «Ankunft Tel Aviv 4 Uhr 17» bei Piper.
Kerstin Höckel lebt in Berlin.