Michael Klier

«Im Grunde genommen bin ich immer auf der Suche nach irgendetwas.» Dieser Satz aus Michael Kliers frühem Kurzfilm «Ferrari» zieht sich leitmotivisch durch sein Werk, er könnte auch für seine eigene Arbeit stehen. Seine Wurzeln sind der europäische Autorenfilm, speziell französischer Provenienz, prägend die Begegnung mit Truffaut, Godard, Straub und Rossellini. Trotzdem ist er ein deutscher Filmemacher, der die Topographie von Stadtlandschaften wie das Lebensgefühl einer Zeit voller Brüche filmisch umkreist.

Sein neuer Film «Alter und Schönheit» schlägt einen großen Bogen, der zurückweist auf die Zeit des Aufbruchs und sich der Frage stellt, wo wir inzwischen angekommen sind. Vier Freunde, die sich aus den Augen verloren haben, in ihren Leben viel erreicht haben, aber emotional gescheitert sind. Das plötzliche Wiedersehen lässt für einen Moment ein verlorengegangenes Lebensgefühl erwachen und verleiht diesen bequem gewordenen, in ihrem Leben festgefahrenen Männern unerwartet Auftrieb. Klier hat nicht nur eine sensationelle Besetzung zusammen bekommen – Henry Hübchen, Armin Rohde, Burghart Klaußner und Peter Lohmeyer –, ihm ist es auch auf unnachahmliche Weise gelungen, so schwere Themen wie Altern, Sterben, Verlust von Schönheit mit einer Leichtigkeit zu inszenieren, dass der Film nicht in Bedeutungsschwere und Trauer versackt, sondern Lust aufs Leben ausstrahlt.


Michael Klier, 1943 in Karlsbad geboren. Nach einer Ausbildung zum Theatermaler folgten nach der Flucht aus der DDR Aufenthalte in Paris. Studium der Philosophie und Geschichte an der FU West-Berlin.

In den 60ern drehte er Kurzfilme und Porträts, war zugleich Jahre als Fußballer aktiv. Bereits sein erster abendfüllender Film «Der Riese» (1983) gewann internationale Preise. Mit seinen Filmen «Überall ist es besser wo wir nicht sind» (1989) und «Ostkreuz» (1991) entwickelte Klier seine künstlerische Handschrift.

Für sein Werk erhielt Klier zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Preis der Deutschen Filmkritik, den Bayerischen Filmpreis, den Preis der Akademie der Darstellenden Künste, den Grimme Preis.

Zwischen 1995 und 2001 war Klier Regiedozent an div. Filmhochschulen. Er verfasste zudem zahlreiche Drehbücher, zuletzt «Der Rote Kakadu», verfilmt von Dominik Graf.

Michael Klier lebt in Kleinmachow bei Berlin.