Leonhard Koppelmann

Er gehört zur «Nouvelle Vague» des Hörspiels, seine Spezialität sind akustisch aufwändige Großproduktionen wie zuletzt «Wassermusik» nach dem Roman von T.C. Boyle. Eine der größten Hörspielproduktion, die jemals in den NDR-Studios produziert wurden: zehn Aufnahmetagen mit 37 Schauspielern in 70 Rollen, darunter Anna Thalbach, Thomas Fritsch, Traugott Buhre, Christian Redl, Peter Franke und Wiebke Puls, in weiteren 40 Tagen zu fünf Teilen à eine Stunde montiert.

Koppelmann, als Bearbeiter und Regisseur stets bemüht, die eigene Tonalität der jeweiligen Vorlage zu erhalten, übersetzt die purzelbaumschlagende Handlung und barocke Sprachmelodik von T.C. Boyles Roman in ein grandioses Hörkino. Hier werden nicht bloß die ausschweifenden Abenteuer des Helden nacherzählt: «Wassermusik» öffnet dem Hörer einen grellbunten Kosmos der Abstrusitäten (und belehrt ihn nebenbei über die kulturhistorische Rolle des Gins).

Ein besonderes Merkmal von Koppelmanns Inszenierungskunst prägt auch dieses Hörspiel: das hollywoodeske Soundscape, mit dem die exotischen Spielorte der fantastischen Geschichte glaubhaft akustisch bebildert werden.


Leonhard Koppelmann, geboren 1970 in Aachen, war nach dem Abitur Assistent für Hörspiel und Feature beim WDR, studierte in Hamburg Theaterregie.

Seit 1996 arbeitet er als Autor und Regisseur vornehmlich für den Funk. Neben Originalhörspielen ist er besonders hervorgetreten durch kongeniale Adaptionen literarischer Vorlagen. Zu den bekanntesten gehören «Die Säulen der Erde» oder «Elementarteilchen», die u.a. auf CD veröffentlicht wurden.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist zudem die ästhetische Entwicklung von 5.1.-Mehrkanal Hörspielen, wie z.B. «Die Reise zum Mittelpunkt der Erde».

Inzwischen sind unter seiner Regie über 90 Hörspiele entstanden. Zahlreiche davon wurden zum Hörspiel oder Hörbuch des Monats gewählt; seine Inszenierung von Schimmelpfennigs «Für eine bessere Welt» kürte die Akademie der Darstellenden Künste 2004 zum «Hörspiel des Jahres».

Leonhard Koppelmann lebt in Köln.